FE Erfahrungsberichte

29.10.2015

Björn

Ich heiße Björn Reinking, bin verheiratet und Vater von zwei Töchtern.

Nach meiner Ausbildung zum Industriemechaniker habe ich im Jahr 2000 meine 10-monatige Wehrpflicht angetreten und diese in der Stabsunteroffizierslaufbahn als SaZ 8 verlängert. Im Rahmen meiner mir damals zustehenden Berufsförderung bin ich im Sommer 2007 auf die Bundeswehrfachschule Köln gegangen, um hier auf dem zweiten Bildungsweg die schulische Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher mit dem inbegriffenen Fachabitur zu absolvieren. Es gibt ein Leben nach der Dienstzeit bei der Bundeswehr und es ist schön, durch den Berufsförderungsdienst (BFD) Unterstützung zu bekommen, um im zivilen Arbeitsmarkt wieder „Fuß fassen“ zu können.

Im Nachhinein kann ich die 2-Jährige schulische Ausbildung an der Bundeswehrfachschule Köln zum staatlich Anerkannten Erzieher als qualitativ sehr hochwertig einstufen. Es handelte sich um eine sehr gute Mischung aus praktischer, methodischer und theoretischer Wissensvermittlung, welche auf der Basis von Erwachsenenbildung durchgeführt wurde.

Auch in dem darauf aufbauenden einjährigen Anerkennungsjahr durfte ich eine sehr gute Betreuung seitens der Bundeswehrfachschule Köln erleben. Ein klarer Vorteil an der Schule ist auch, dass diese im Bundesland NRW liegt und aus diesem Grund ein Anerkennungsjahr durchgeführt wird. Hierdurch hat man gute Möglichkeiten sich in einem Betrieb zu beweisen und eventuell direkt als Fachkraft übernommen zu werden.

Dies war auch bei mir der Fall.

Direkt im Anschluss an meine Ausbildung wurde ich von meinem Arbeitgeber als Erzieher in einer Tagesgruppe, in welcher ich auch mein Anerkennungsjahr absolvierte hatte, übernommen. Nach ca. einem Jahr wechselte ich innerhalb der Jugendhilfeeinrichtung in den stationären Bereich, in welchem ich wiederum nach einem Jahren die Teamleitung übernahm. Die Phrase „Man lernt nie aus“ trifft gerade in diesem Berufsfeld zu. So hatte ich die Möglichkeit über meinen Arbeitgeber noch die Ausbildung zum Kampfesspiele®-Anleiter und zum FAM – Arbeiter (FamilienAktivierungManagment) zu absolvieren. Im September 2015 erlangte ich den Titel Sexualpädagoge (isp) vom Institut für Sexualpädagogik und bin seit Oktober 2015 Mitglied bei der Gesellschaft für Sexualpädagogik.

Derzeit arbeite ich in der Jugendhilfeeinrichtung mit einer ¾ Stelle als Bereichsleiter für zwei Intensivpädagogische Fördergruppen sowie einer sozialen Jungengruppe. Mit einer ¼ Stelle bin ich als Sexualpädagoge eingestellt.

Die Ausbildung zum Erzieher an der Bundeswehrfachschule Köln war für mich der Start in ein neues spannendes, abwechslungsreiches und mich erfüllendes Berufsleben.

Björn Reinking


Juli 2014

Erfolgsgeschichten aus der Bundeswehrfachschule Köln

C. Henke und T. Nawroth sind erfolgreiche Absolventen der Bundeswehrfachschule Köln. Die beiden ehemaligen Soldaten auf Zeit (SaZ) 12 bzw. 8 haben dort von 1998 bis 2000 die Ausbildung zum Staatlich Anerkannten Erzieher gemacht. Beide sind seit nunmehr dreizehn Jahren erfolgreich in ihrem Beruf tätig. Im Rückblick auf ihre Zeit an der BwFachs geraten sie geradezu ins Schwärmen.

„Wir wurden sehr gut vorbereitet“, sagt Henke, „Die Lehrer sind auf uns als spezielle Klientel – immerhin alle Soldaten auf Zeit mit etwas rauherem Ton usw. – sehr gut eingegangen“. „Jeder wurde dort abgeholt, wo er stand. Jeder Einzelne wurde fürsorglich und individuell betreut“, ergänzt Nawroth. Beide sind sich einig: „Die Menschen hier haben uns den Übergang ins zivile Leben sehr erleichtert.“

Chris H.

Ch. Henke

Beide haben aus Anlass der Jubiläumsfeier zum 40jährigen Bestehen des Erzieherlehrganges an der BwFachS Köln ihren Weg an ihre alte Ausbildungsstätte zurück gefunden. Beide fühlen sich sichtlich wohl. Henke arbeitet im Verein zur Unterstützung berufstätiger Eltern e.V. in Frankfurt. Dort arbeitet er als Erzieher und Inklusionspädagoge mit Kindern im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren. Nawroth arbeitet für das Alexianer-Martinistift, einer Einrichtung für Kinder und Jugendliche, die aus dem Netz der Familie und der Gesellschaft gefallen sind und dort psychologische Unterstützung bekommen.

Nawroth, ehemaliger stellvertretender Truppenführer, findet, dass die Berufe Erzieher und Truppführer sehr viel gemeinsam haben: „Beide Tätigkeiten drehen sich um die Bildung und Erziehung junger Menschen. Oder stark verkürzt: Dort habe ich den Jungs etwas beigebracht, hier bringe ich den Jungs etwas bei.“ Dort ging es um die Erledigung des Auftrages, hier geht es zum Teil um grundlegendere Dinge wie „einen geregelten Tagesablauf, regelmäßige Körperhygiene“ usw.

Gemeinsamkeit mit dem Bund sei wiederum „ein engmaschiges Regelwerk, das Halt geben kann.“

Henke, ehemaliger Kompaniefeldwebel, war in seiner Jugend in der evangelischen Jugendarbeit engagiert. „Mir ist selbst erst am Ende meiner Erzieherausbildung klar geworden, dass sich die Arbeit mit jungen Menschen wie ein roter Faden durch mein bisheriges Leben zieht.“

Die Fähigkeit zur Selbstreflexion wird an der BwFachS gezielt gefördert und trainiert. „Natürlich haben wir uns schon vorher selbst reflektiert“, sagt Henke, „aber jetzt sind wir uns dessen bewusst und haben das Hintergrundwissen dazu.“

Beide sind zunächst von ihren Kameraden aufgezogen worden, als bekannt wurde, dass sie sich für die Ausbildung zum Erzieher entschieden haben. „Die Kameraden hatte das gleiche Bild, das oft auch draußen herrscht: Erzieher ist gleich Kindergärtner“, sagt Henke. Das zog für die beiden gestandenen Männer „Frotzeleien nach sich“. Dabei bietet der Beruf ein viel breiteres Spektrum. „Wir sind pädagogische Begleiter für junge Menschen auf dem Weg bis ins Erwachsenenalter“, erläutert Henke. „Bezugspädagoge“ wäre deshalb für ihn die treffendere Bezeichnung für seine Tätigkeit.

Was unterscheidet nun ehemalige Soldaten als Erzieher von anderen Erziehern?

 

 

Th. Nawroth

Th. Nawroth

Henke lacht: „Zunächst die Sprache“ und spricht damit das Vorurteil „Kasernenton“ an. „Natürlich nutzen wir andere Sprachwendungen und Floskeln und es kommt anfangs schon vor, dass die Leute denken: „wie redet denn der?“. Aber das lege sich schnell. Sprachlich umschalten zu können, erweist sich als Vorteil. „Im Berufsfeld Erzieher hat man ja nicht nur mit kleinen Menschen zu tun, sondern auch mit Eltern, Großeltern, Lehrern, Jugendamt usw. Mit jedem muss man anders kommunizieren“, sagt Henke. Der formale Umgang, den er bei der Bundeswehr gelernt habe, helfe ihm sehr dabei, ein sicheres Auftreten und Standfestigkeit zu zeigen.

Nawroth ergänzt: „Im Umgang mit schwer erziehbaren Jugendlichen ist das Gold wert.“ Ihm liegt daran, nicht nur das Naheliegende – Standfestigkeit… – zu nennen, sondern auch Punkte, die für Nicht-Soldaten nicht offenkundig sind: „Wir sind teamfähig. Wir können im Team spielen, Teams aber auch anleiten. Und wir können im Sinn der übergeordneten Führung – hier der Einrichtungsleitung – denken und das in Entscheidungen einbeziehen.“Henke ergänzt: „In unübersichtlichen Situationen bin ich der, der das Heft in die Hand nimmt und entscheidet. Da kommen mir meine Erfahrungen als Soldat, der bereits in jungen Jahren erhebliche Verantwortung für Mensch und Material getragen hat, sehr zu gute.“ Er setzt auch „das Mittel Stimme“ bewusst und gezielt ein. „Die Wirkungen sind zum Teil verblüffend“, sagt er und grinst.

An der BwFachS haben beide „den fachlichen Hintergrund zu den in der Bundeswehr und in der Praxis erworbenen Grundqualifikationen und Kompetenzen“ erworben. Auch Vorurteile wurden ausgeräumt. Zum Beispiel hat die Erlebnispädagogik für beide einen hohen Stellenwert. Ihre Erfahrung: „Bei erhöhter körperlicher Anstrengung in ungewohnter Umgebung, reden die Jugendliche offen über ihr Verhalten, was sonst in diesem Alter nicht möglich wäre.“

Beide fühlten sich sehr gut auf ihren späteren Berufsalltag vorbereitet. „Die Ausbildungsinhalte wurden super vermittelt und haben uns ein großes Repertoire an Handlungsmöglichkeiten mitgegeben.“ Das schuf einen guten Ausgangspunkt. Aber: „Man darf nicht stehen bleiben, sondern muss sich ständig weiterentwickeln und fortbilden“. So denken beide.

Henke hat mittlerweile eine Zusatzausbildung zum Inklusionspädagogen absolviert.

Über den Förderverein der Schule halten sie den Kontakt, erfahren von Veranstaltungen und sind bei den Treffen von Ehemaligen und Aktiven gerne Auskunftsquelle und Praktikavermittler für die jungen Kollegen. Die BwFachs hat auf diese Weise ein sehr gutes Netzwerk in die Region, aber auch bundesweit aufgebaut, von dem auch die aktuellen Lehrgangsteilnehmer profitieren.

Teil dieses Netzwerkes sind Henke und Nawroth.

Ort: Köln
Datum Fotos. 2. Juli 2014


Lehrgangsteilnehmer/innen berichten über ihre Erfahrungen zur Ausbildung zur/zum Staatlich anerkannten Erzieher/in an der BwFachS Köln.

Juli 2014

Herr Römer, seit einigen Jahren als Erzieher aktiv, schrieb:

Ich arbeite in der Jugendhilfe „Let´s go“ im Sauerland, mit dem Hauptsitz in Brilon-Wald. Eine Einrichtung, die auf übliche Einrichtungs-Bauweisen verzichtet (viele Häuser auf einem Gelände), in dem sie die Häuser im gesamten HSK und in der Umgebung verteilt und versucht, das Klientel somit besser in die Gesellschaft zu integrieren. Es handelt sich hierbei um Häuser, die zwischen 7 und 10 Kinder/Jugendliche aufnehmen können. Der größte Anteil hierbei liegt im Intensivbereich. 5,5 Stellen etwa werden von Pädagogen pro Haus abgedeckt und es wird viel mit Tieren gearbeitet. Wir haben sogar Kamele, die in der tiergestützten Arbeit eingebaut werden.

Praktikanten sind weiterhin gerne gesehen

Ich denke noch immer gerne an meine Schulzeit bei Ihnen, die nicht immer einfach war. Wir – die Schüler – wurden mit Herausforderungen konfrontiert, die für uns nicht sofort einen Sinn ergaben. Aber wir wurden auf eine verantwortungsvolle Aufgabe vorbereitet, wovon wir heute profitieren können. Mit der Zeit folgt der Sinn und das Verständnis sowie darauf folgend eine positive Umsetzung des Gelernten.

Ich wünsche Ihnen allen weiterhin viel Erfolg und viele Absolventen.

R. Römer


April 2014

Erzieher: ein Beruf für Soldaten?

Herr Bettgenhäuser, 30 Jahre, ist Zeitsoldat (SaZ12) und befindet sich im ersten Ausbildungsjahr zum Erzieher an der Bundeswehrfachschule.

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Zurzeit absolviert er sein erstes Praktikum in einer Kindertageseinrichtung, der Kölner Kita „Schmetterlinge“. Das Praktikum ist Teil der dreijährigen Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher. Die Ausbildung entspricht den Richtlinien des Landes NRW.

Herr Bettgenhäuser hat sich genau überlegt und sich bewusst für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen entschieden, als er die Ausbildung begonnen hat. Für ihn steht der Erzieherberuf mit seiner vorherigen Tätigkeit in der Bundeswehr als Militärpolizist in keinem Widerspruch. Die Arbeit mit Menschen, insbesondere die Begleitung und Betreuung von jungen Menschen, liegt ihm sehr am Herzen. Schon vor seiner Bundeswehrzeit hat er zum Beispiel Jugendliche im Fußballverein trainiert.

Die Zeit in der Bundeswehr möchte er nicht missen. „Ich hatte eine schöne Zeit beim Bund, ich habe auch Disziplin und Ordnung gelernt, das hat mich reifen lassen“. Durch verschiedene Lehrgänge in der Bundeswehr, z.B. zum Unteroffizier, hat Bettgenhäuser sich intensiv mit Themen wie Kommunikation und Menschführung pädagogisch und methodisch – didaktisch auseinandergesetzt. In seiner Verwendung zum Beispiel in der Rekruten­ausbildung hat er diese Fähigkeiten praktisch umgesetzt. Diese Vorerfahrungen sind eine tragfähige Basis für die Ausbildung zum Erzieher. „Das Vorurteil, dass alle Soldaten nur Befehlsempfänger sind, passt nicht in die heutige Struktur der Bundeswehr.“, sagt Bettgenhäuser. In der Bundeswehrzeit habe er viele Dinge gelernt, die hier im Praktikum wichtig sind, bestätigt er. Er könne Kindern und Jugendlichen Werte und Normen vermitteln. Für eine Arbeit im Jugendbereich seien seine persönlichen und beruflichen Vorerfahrungen sicherlich von Vorteil, sagt er.

Sein Mentor bestätigt diese Ansicht uneingeschränkt. Er schätzt an seinem Praktikanten besonders die Zuverlässigkeit, sein Engagement und seine Teamfähigkeit. Nach seinen Erfahrungen fehlen diese Schlüsselqualifikationen manchmal den jüngeren Praktikanten.

In der Kita wird Herr Bettgenhäuser jeden Tag aufs Neue darin bestärkt, dass seine Entscheidung für diesen Beruf genau das Richtige ist.

Dies wird ihm auch durch seinen Mentor in der Einrichtung bestätigt. „In Sebastian steckt ein Gespür für Kinder“. Er ist von den Eltern herzlich angenommen worden. Sie wissen, dass er vorher Soldat war und sehen darin keinerlei Hindernisgründe. Die Kinder sind begeistert von seinen Bildungsangeboten. Wenn man Bettgenhäuser bei einer Bilderbuchbetrachtung oder bei seinen Bewegungs- oder Kreativangeboten beobachtet, ist den Kindern ihre Begeisterung und Freude anzusehen.

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Auf dem Hof der Kita klettert ein kleines Mädchen auf einem Klettergerüst und balanciert alleine auf dem gespannten Seil. Bettgenhäuser bleibt in ihrer Nähe. Er erzählt, dass sich das Mädchen dies bis vor kurzem noch nicht zugetraut habe. Mit Hilfestellungen und Motivation hat er ihr die Angst nehmen können. Dies sind die kleinen Erlebnisse im Alltag mit den Kindern, die ihn bestärken den Beruf zu erlernen.

Köln, April 2014


1.9.2013

Erfahrungsbericht zur Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher an der BW Fachschule Köln

Nachdem ich 12 Jahre Bundeswehr hinter mir hatte, stellte nicht nur ich mir die Frage, was ich werden wollte. In der BW Fachschule Köln angekommen, kam mir schnell der Gedanke, Erzieher zu werden. Als Ausbilder und Stellv. ZgFhr im Wachbataillon BMVg tätig, verließ ich die Bundeswehr als Hauptfeldwebel.

Zu Beginn musste ich mich natürlich umstellen. Kein Kasernenton, dafür ganzheitliches Lernen? Kennenlernspiele, Interaktionsspiele und im Musikunterricht auch mal singen und tanzen? In den 2 Jahren Theorie durfte ich erfahren, wie eher praktisch die Ausbildung hier durchgeführt wird. Die erziehungswissenschaftlichen Theorien, die man an der BW Fachschule Köln erfährt, sind nur ein Grundstein, der mit vielen praktischen Elementen zu einem Ganzen wird.

An der Schule sind alle sehr bemüht, den Beruf als Erzieher dem Auszubildenden sehr nah an der Praxis näher zu bringen. Mit vielen realen Beispielen werden Fälle in Recht dargelegt. Im Bewegungsunterricht wird nicht nur praktisch gezeigt, sondern theoretisch erklärt, warum Bewegung wichtig ist. Selbst in den Grundfächern wie Mathematik, Deutsch und Englisch gestalten die Lehrer den Unterricht sehr angenehm, damit der lange Schultag nicht ermüdend wird. Schien die Sonne, gingen wir einfach mal raus und führten gemütlich im Park Unterricht. Der Geist war frei, da die Wände des Klassenraums fehlten. Stellte der Lehrer fest, theoretisch ist mit uns als Klasse nichts mehr anzufangen, da der Speicher für den Tag voll war, gingen wir in die Werkstatt und bastelten an unseren Projekten weiter.

Zusammenfassend bin ich froh den Weg gewählt zu haben, an der BW-Fachschule Köln meine Ausbildung zum Staatlich anerkannten Erzieher erfolgreich absolviert zu haben. Ich wurde kurz vor Schluss etwas bedenklich, ob ich die Prüfungen schaffen werde. Die LehrerInnen im FE erkennen die Stärken und Schwächen der Schüler einzeln und als Gemeinschaft (Team), gehen bewusst auf diese ein und begleiten das Team wie eine kleine Familie zum Kolloquium.

Zuletzt braucht man sich wirklich keine Sorgen um einen Arbeitsplatz zu machen. Die Reife des Alters und die Erfahrung im Umgang mit Menschen beim Militär, gepaart mit der 2jährigen Ausbildung hier, ergeben einen gut gefüllten Reisekoffer für den Weg in einen neuen Beruf.

C. Heße

Abschlussjahr 2013


5.11.12

Mit freundlicher Genehmigung von Herrn Burek zur Veröffentlichung freigegeben. Herr Burek kann bei Fragen zur Ausbildung/Weiterbildung, seinem Berufsfeld und seinen vielfältigen Erfahrungen mit Kindern und Jugendlichen von interessierten SoldatInnen direkt kontaktiert werden. (Anm. O.)

Guten Morgen Herr O.,

ich gehe davon aus, dass Sie sich noch an mich erinnern. Wenn nicht Sie, wer sonst?

Nach meiner abegschlossenen Ausbildung zum Erzieher ist mir klar geworden, dass die Begleitung/Erziehung von jungen Menschen mir sehr am Herzen liegt. Da ich während meiner Ausbildung viele schlechte führende Pädagogen erlebt habe, habe ich mich entschlossen ein Jahresstudium/Fortbildung an der Kolping Akademie in Köln zu absolvieren. Dort habe ich, die Fortbildung mit sehr gut abgeschlossen (Fachwirt für Erzeihungswesen) mit dem Ziel, eine Einrichtung zeitgerecht zu führen. Nun bin ich, nach 4 Jahren an der Hauptschule Zum Diek in Haan (Heimatstadt) in der integrativen Lerngruppe und vielen Projekten an der Schule (ca. 400 SchülerInnen), Jugendreferent der Stadt Haan geworden. Wieso war dies möglich? Ich habe während meiner Ausbildung an der BwFachSchule in Köln halt sehr gut aufgepasst, auch wenn sich dies nicht immer in den Noten widerspiegelte. Ich habe Ihnen immer sehr gut zugehört und mir einige zusätzliche Notzien gemacht. Lange Rede kurzer Sinn: Ich danke ihnen allen für die Einführung in die päd. Grundlagen, ohne wäre es nicht möglich gewesen. Ich würde Sie gerne besuchen an der Schule, um eventuell einigen Schülern wichtige Tipps auf den Weg geben zu können.

Grüße an alle Dozenten/KollegInnen der BwFachSchule 🙂

P. Burek

Peter.BurekÄTSCHstadt-haan.de

Fachwirt für Erziehungswesen

Jugendreferent

Stadt Haan

 


Am am 5.7.2012 hat Herr L. erfolgreich vor der Prüfungskommission seine Fachpraktische Prüfung abgelegt und startet nahtlos ins Berufsleben als „Staatlich anerkannter Erzieher“.

 

Herr L. berichtet am 6.7.12:

Nach meiner Zeit bei der Bundeswehr wollte ich unbedingt mit jungen Menschen weiterarbeiten, um ihnen Wissen zu vermitteln. Ein Bekannter machte mich damals auf den Erzieherlehrgang bei der Bundeswehrfachschule in Köln aufmerksam und ich schrieb mich für diesen ein.
Meinen eigenen Schwerpunkt legte ich während und nach der Ausbildung auf den Elementarbereich. Beim Hausbau beginnt man im Normalfall ja auch mit der Bodenplatte und genauso wichtig erachte ich ein solides und festes Fundament in der kindlichen Erziehung.
Zurzeit arbeite ich in einer Kindertageseinrichtung und habe es nie bereut, mich für den Erzieherlehrgang entschieden zu haben.

Torsten L., 34, OFw a.D., ehemaliger Feldjägerfeldwebel


Am 9.7.12 berichtet Herr Ullrich:

Erfahrungsbericht

Nach 12 Jahren aktiver Dienstzeit als Soldat in der Laufbahn der Unteroffiziere mit Portepee entschloss ich mich, eine Ausbildung zum Staatlich anerkannten Erzieher in der Bundeswehrfachschule Köln zu absolvieren. Während meiner Dienstzeit war ich sowohl in Lehrverwendungen als auch in der zielorientierten Gesprächsführung tätig. Ein essenzieller Bestandteil dieser Tätigkeiten war die Arbeit mit Menschen. Ich wurde mir schnell meiner Stärke bewusst, junge Menschen mit den unterschied­lichsten Bildungsebenen sowie sozialen und kulturellen Hintergründen zu motivieren und zu begeistern. Dies war einer der Hauptgründe, weshalb ich mich für die Erzieherausbildung entschied. Nach umfassender Beratung durch den Berufsförderdienst der Bundeswehr wurde auch schnell klar, wo ich dies tun wollte. Außer an der Bundeswehrfachschule in Köln bestand die Möglichkeit, die Ausbildung an einer staatlichen Schule für Sozialpädagogik zu absolvieren. Für die Bundeswehrfachschule habe ich mich vor allem deshalb entschieden, weil dort alle Schüler ähnliche Erfahrungen und Hintergründe aufwiesen wie ich selbst und die Altersstruktur deutlich höher war, was besonders der Erwachsenenbildung zugutekommt.

Die Ausbildung selbst unterteilte sich in zwei Abschnitte: In den 2-jährigen Fachtheoretischen Teil und den 1-jährigen Fachpraktischen Teil (Berufspraktikum/ Anerkennungsjahr).

Im Fachtheroretischen Teil wurde ein breites Repertoire an Lerninhalten vermittelt, die auf das Lernen von Erwachsenen abgestimmt war. Es wurde viel über Gruppen­arbeit selbst erarbeitet, was nachhaltiger als reiner Frontalunterricht war. Auch die vielen selbst durchgeführten Projekte waren sehr förderlich für das Verständnis und die Selbsterfahrung. Dies wiederum wirkte sich äußerst gewinnbringend auf die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen im Anerkennungsjahr aus, da man diese Erfahrungen bereits am eigenen Leib gemacht hatte und die Kinder so besser ver­stehen konnte. Neben dem breitgefächerten theoretischen Wissen, welches an der Schule vermittelt wurde, waren auch die beiden achtwöchigen Praktika von großem Nutzen für das Anerkennungsjahr. Ein Praktikum fand im Elementarbereich (Kinder­tagesstätte) und ein zweites im Jugendbereich statt. Während dieser Zeit und auch später im fachpraktischen Jahr wurde jeder Schüler durch einen Betreuungslehrer begleitet und unterstützt.

Das Fachpraktische Jahr ist enorm wichtig in der Ausbildung zum Erzieher. In dieser Zeit kann jeder, der die Ausbildung absolviert, in einem geschützten Rahmen die notwendigen Erfahrungen sammeln, um später selbstständig und eigenverantwortlich als Erzieher arbeiten zu können.

Ferner bestand die Möglichkeit, durch Belegung von Zusatzfächern die Fachhoch­schulreife Soziales zu erwerben. Die Prüfung erfolgte am Ende des fachtheore­tischen Teils zusammen mit den theoretischen Prüfungen zum Erzieher und wurde mit der staatlichen Anerkennung zum Erzieher zuerkannt.

Abschließend kann ich sagen, dass ich sehr froh war, mich für die Bundeswehrfach­schule in Köln entschieden zu haben, da ich dort alle wichtigen Grundlagen und Entfaltungsmöglichkeiten erhielt, um der verantwortungsvollen Aufgabe des Erzieherberufs gerecht zu werden. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bereitet mir sehr viel Freude und ich bin überzeugt, die richtige Berufswahl getroffen zu haben. Dies auch unter dem Aspekt, weil in diesem Beruf die Entfaltungs- und Einwirkungsmöglichkeiten sehr groß sind. Nach meinem Anerkennungsjahr wurde ich in der Einrichtung übernommen und werde für die nächste Zeit hier auch weiter tätig bleiben. Für die Zukunft werde ich aber eine Ausbildung zum systemischen Familienberater oder Familientherapeut anstreben.

S. Ullrich


Am 2.8.2012 stellt uns M. M. diesen Bericht zur Verfügung:

Erfahrungsbericht über die dreijährige Ausbildung zum
Staatlich anerkannten Erzieher an der Bundeswehrfachschule in Köln

Nach meiner aktiven Zeit, die ich als SAZ 12 in der Laufbahn der Unteroffiziere mit Portepee beim 4. PzArtLehrRgt 345 ableistete, folgte für mich ein neuer Lebensabschnitt: „Der Berufsförderungsdienst der Bundeswehr“. Ich musste für mich selbst eine Entscheidung treffen, wie es nach der aktiven Bundeswehrzeit weitergehen sollte.
Über einen Kameraden, den ich an der Bundeswehrfachschule in Kassel kennen lernte, informierte ich mich über den Beruf des Erziehers. Aufgrund dessen, dass ich während meiner aktiven Zeit ebenfalls im Bereich der Ausbildung und Erziehung eingesetzt war, wollte ich nach meiner Zeit unbedingt wieder mit Menschen arbeiten. Der Kamerad bestätigte mir, dass man an der Bundeswehrfachschule in Köln in einer dreijährigen Ausbildung den Abschluss zum Staatlich anerkannten Erzieher absolvieren kann. Zusätzlich kann man nach Eignung und Belegung von zusätzlichen Schulfächern die Fachhochschulreife für Soziales erlangen.
Als ebenfalls positiv zu bewerten ist, dass man an der Bundeswehrfachschule Köln zusammen mit Gleichaltrigen in einer Klasse sitzt, sich über ähnliche Erfahrungen bei der Bundeswehr austauschen kann und nach den Prinzipien der Erwachsenenbildung unterrichtet wird.
Nach einer zweijährigen fachtheoretischen Ausbildung, die mit schriftlichen Abschlussprüfungen endet, folgt das Anerkennungsjahr. Dieses Anerkennungsjahr kann entweder in einer Kindertagesstätte, sonderpädagogischen Einrichtung oder im Jugend- und Heimbereich durchgeführt werden. Die Entscheidung steht jedem Anerkennungsjahrpraktikanten frei.

Ich startete das Anerkennungsjahr mit gemischten Gefühlen und Erwartungen. Zum einen war ich erst einmal froh die schriftlichen Abschlussklausuren erfolgreich bestanden zu haben, zum anderen war ich auch gespannt darauf, was mich im Anerkennungsjahr alles erwarten würde.
Während des Anerkennungsjahres wurde ich durch einen Mentor der Einrichtung und einen Betreuungslehrer der Bundeswehrfachschule betreut. Durch die Reflexionsgespräche mit meinem Mentor, dem Team und dem Betreuungslehrer wurde ich in meinem Erzieherverhalten bestärkt, was den Wunsch festigte, auch in Zukunft mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten. Das zeitnahe Feedback, gerade durch die Jugendlichen, bestätigte und motivierte mich in meinem weiteren Handeln, welches sich in der Durchführung eines Projektes, den angeleiteten Tätigkeiten im kreativen Bereich oder bei Spielen widerspiegelte.

Um den Jugendlichen ein ganzheitliches Erleben zu ermöglichen, werden unterschiedliche Methoden angeboten. Durch Einzel- und Gruppenarbeiten in Form von Bewegung, Spielen und Projekten, Gestalten, Medien und Sprache sowie Natur und kulturelle Umwelten wird dieser Prozess stets gefördert. Die Jugendlichen lernen von ihren selbst gewählten Aktivitäten die Fähigkeiten, die sie brauchen, um Probleme zu verarbeiten und Handlungsstrategien zu entwickeln. Diese Methoden konnte ich aufgrund der mir vermittelten fachtheoretischen Ausbildung anwenden. Dadurch konnte ich einen direkten Bezug zwischen Theorie und Praxis ziehen.

Zum Ende des Anerkennungsjahres, folgt noch eine mündliche Abschlussprüfung, das Kolloquium. Während diesem Lehrgespräch wird überprüft, in wieweit der Anerkennungsjahrpraktikant seine pädagogischen Handlungsweisen begründen und anhand von Beispielen aus der Praxis belegen kann. Nach der erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher wurde ich von meinem Arbeitgeber fest übernommen.
Im Bereich der persönlichen Weiterentwicklung könnte ich mir durchaus vorstellen, eine Ausbildung im Bereich der sozial pädagogischen Familienhilfe (SPFH), Erlebnispädagogik oder ein Studium in sozialer Arbeit abzuschließen.

verfasst von M. M. im Juli 2012

 

 

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